1982 - 2022

Patientenbericht von Dr. Fee Friese

Vorstand der Stiftung ganzheitlich gesund! Gast der Gesprächsrunde: Jeder Weg ist ein persönlicher Weg

Den persönlichen Heilungsweg bei Krebserkrankung gefunden und bis heute gegangen

Dezember 1999, kurz vor Weihnachten die Diagnose: Brustkrebs. Die Radiologin wollte mich nach der bestätigenden Mammographie sofort in die Klinik einweisen. Das war mir zu schnell. Ich telefonierte rum, welche Kliniken es gäbe, welche Erfahrungen. So hatte ich noch zwei Wochen Zeit. Ich war froh, wenigstens dem Druck, sofort in die Klinik zu gehen, widerstanden zu haben. Die OP, Amputation meiner linken Brust, fand dann zwischen Weihnachten und Neujahr statt. Groß zuvor der Druck für die Entscheidung, ob mit oder ohne Brustaufbau. Ich entschied mich für meine Gesundheit und gegen den Aufbau. Dieser hätte eine viel längere OP und damit Narkosezeit bedeutet. Bedrängend die Erwartungshaltung der jungen Ärztin „ja“ zu sagen. Über den Jahres-, Jahrhundert- und Jahrtausendwechsel durfte ich für wenige Stunden aus dem Krankenhaus nach Hause.

Vor der OP fühlte ich mich gesund und schnell auch wieder nach der OP, ging davon aus, bald wieder zu meiner Arbeit zurück zu kehren, die mir große Freude bereitete. Die Chemo wollte ich ambulant und zwischendurch machen und maß ihr keine große Bedeutung zu. Mit dem Ausfallen der Haare würde ich klar kommen. Die wachsen ja wieder. Die Haare wuchsen später tatsächlich wieder. Aber: nach der zweiten Chemo blieb die Regelblutung aus … „Chemo ist eben eine chemische Kastration,“ meinte der Arzt. Hätte er mir das früher gesagt … Ich brauche keiner Frau zu sagen, was das bedeutet. So fiel ich in ein tiefes Loch. Ich fühlte mich betrogen. Der Arzt hatte ausführlich über den Haarausfall gesprochen, die Überprüfung von Blutwerten in der Chemozeit etc. Von der so weitreichenden Folge kein Wort.

Dies aktivierte meinen kritischen Geist. Im Rückblick war es wohl genau dieser schmerzhafte Moment, der dazu führte, daß ich der Medizin nicht mehr einfach vertraute, sondern meine Gesundheit selbst in die Hand nahm. Ich wollte mehr wissen über Zusammenhänge, Alternativen, Möglichkeiten etwas für mich und meinen Körper zu tun. Nach den Chemos und dem Beginn der Hormontherapie ging es mir nicht mehr so gut. Vor allem fühlte ich mich nicht mehr gesund, wie noch vor der OP. Unter der Hormontherapie fühlte ich mich, als stände ich neben mir. Ich war nicht mehr in meiner inneren Mitte. Niedergeschlagenheit. Das habe nichts mit dem Medikament zu tun, wurde ich beschieden. Doch meine Arbeit strengte mich mehr und mehr an, ich konnte sie kaum bewältigen.

22 Jahre ist das nun schon her, dass ich die Verantwortung für meine Gesundheit bewußt selbst in die Hand nahm. Der erste Schritt, die Entscheidung zu fühlen, zu denken und zu sagen: „Ich bin jetzt gesund“, statt „Ich bin an Brustkrebs erkrankt“. Die Medikamente setzte ich ab. Der zweite Schritt war, alles wissen zu wollen über das, was in und mit dem Körper geschieht, was Gesundheit ausmacht und fördert, um nicht mehr als Unwissende den Informationen und Therapievorgaben ausgeliefert zu sein. Irgendwann in dieser Zeit stieß ich auf die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr. Noch ohne Internetanschluss. Mit meinen eigenen schlechten wie guten Erfahrungen wollte ich auch anderen Menschen in ähnlicher Lage Begleitung und Unterstützung sein. Ich studierte die traditionelle tibetische Medizin, in der die Gesundheit im Mittelpunkt steht, nicht die Krankheit. Und gründete zusammen mit meinem Mann die Stiftung „ganzheitlich gesund!“. Für uns folgerichtig aus dem bisher Erlebten. Um selbst Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen, braucht es auch ein Befähigen dazu, so wie es die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr mit ihren Angeboten zu Beratung und Zweitmeinung praktiziert. Etwas, das mir damals so wichtig gewesen wäre, von dieser Möglichkeit wusste ich aber damals noch nichts.

Ich hatte der Therapie zugestimmt im Glauben, daß ich gut informiert sei. War ich aber nicht. Und dass es das Beste sei. War es aber nicht. Ich wollte mehr wissen und wußte bald auch viel mehr. Dank der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr und ihren Informationsblätter fühlte ich mich darin bestärkt, auf dem richtigen Weg zu sein. Salutogenese, viele Möglichkeiten die eigene Gesundheit zu stärken. Die Erfahrung von Krebsdiagnose und Behandlung war wichtig für mein Leben. Das Bewusstsein eigener Sterblichkeit und wie wertvoll es ist zu leben. Mut für die Herausforderung, die zu werden die ich bin. Und anderen aus Dankbarkeit fürs eigene Glück etwas zurückzugeben. Das darf ich nun schon über 22 Jahre lang tun.

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Jeder Weg ist ein persönlicher Weg, zur Podiumsdiskussion mit Dr. Fee Friese und anderen

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