1982 - 2022

Patientenbericht Dr. Bettina Füssel

Dipl.-Biologin, Gast der Gesprächsrunde: „Jeder Weg ist ein persönlicher Weg“

Meinen Weg suchen und gehen

In meiner Familie hatte ich von Kindheit an gar keine Chance, gesehen zu werden. Bemerkt habe ich dies leider erst als ich im Herbst 2018 die Diagnose fortgeschrittener Eierstockkrebs (Figo IIIa) erhielt. Ich kämpfte um mein Leben und begann, zusammen mit meinem Mann meinen eigenen Weg zu gehen.

Mein Heilungsweg von meiner Krebserkrankung begann zunächst ganz klassisch mit Operation in der Heidelberger Uniklinik und Chemotherapie im NCT. Diese Institutionen wählte ich, weil ich aus meiner Arbeit im DKFZ großes Vertrauen und auch persönlichen Kontakt zu einigen Ärzten dort hatte. Gleichzeitig folgte ich jedoch auch dem Rat meiner Schwester, die bereits in ihrem Leben einen spirituellen Weg eingeschlagen hatte und eine Ayurvedische sowie eine Yoga-Ausbildung durchlaufen hatte. Sie empfahl mir, die GfBK zu kontaktieren und schenkte mir außerdem eine Heilungssitzung mit Hartmut Lohmann, einem Aura-Sichtigen und Heiler.

Ich glaubte daran, was die Ärzte mir sagten und dass mir die Chemotherapie helfen würde, allerdings hatte ich bereits im Gespräch mit Frau Kohnle und durch die CDs und die immerwährenden Kalender der GfBK eine Ahnung darüber bekommen, dass es bei meiner Krebserkrankung um etwas anderes, um etwas Größeres ging. Aber zu allererst half mir die GfBK, die Chemo unbeschadet (!) zu überstehen.

Ich hatte sehr große Angst, nicht zu überleben, keine zweite Chance zu bekommen. Ich sog alles auf, was ich an Information bekommen konnte, was mir und meinem Körper, meinem Immunsystem helfen könnte. Wie immer – ganz braves Mädchen – tat ich schier alles, was man machen konnte, um als Krebspatientin überleben zu können: ich stellte meine Ernährung komplett um, aß nur noch Bio, gar kein Zucker, keine Milchprodukte, achtete sehr auf Sport und genügend Bewegung, machte Meditationen und Entspannung, ging zur Hyperthermie nach Öschelbronn, „studierte“ die Orthomolekulare Medizin und nahm Nahrungsergänzungsmittel und Heilpilze u. v. m.

Und dies hatte mir alles tatsächlich geholfen: ich hatte (und habe) zwar körperliche Probleme als Spätfolge der großen Bauch-Operationen, aber Spätfolgen von der Chemo hatte ich nicht, ich war fit und schlank. Aber ich war weiterhin sehr ängstlich, dass der Krebs wiederkommen könnte und ich mich in der gleichen Situation wie in 2018 wiederfinden könnte und dann nicht überleben würde. Ich hatte oft Angst und machte mir viele Sorgen. Ich tat alles, um „morgen noch zu leben“, aber leben, freuen, lachen, genießen … all das konnte ich nicht wirklich. Mir war bewusst, dass das nicht gut für mich war, aber wie ich „da rauskommen“ sollte, wusste ich nicht so recht.

Mit der Corona-Krise kamen viele weitere Belastungen auf uns und auf mich zu. Im Frühjahr 2022 ertastete ich eine Lymphknotenmetastase an meinem Hals. Mir war sofort klar, dass meine große Angst und Sorgen der Grund für mein Rezidiv war. Das Gefühl von totaler Ohnmacht und Machtlosigkeit, das ich aus meiner Kindheit so gut kannte, hatte mein Immunsystem komplett außer Kraft gesetzt und den Krebszellen den Weg freigemacht. Und ich hatte fest vor, diesmal den Weg in eine heilendere Richtung zu gehen. Am Tag nach dem Ertasten der Metastase an meinem Hals hatte ich eine Art Erleuchtung, ein Gefühl von All-Eins-Sein, hatte für einen kurzen Moment Kontakt zum Universum. Ich erlebte am eigenen Leib, dass nur das Jetzt wichtig ist. Seit diesem Erlebnis bin ich auf dem Weg, meine Seelenaufgabe zu finden, mein Herztor zu öffnen, meine innere Stimme zu erkennen und ihr immer mehr Raum zu geben, um innerlich zu heilen und meine Bestimmung zu finden.

Jeder Weg ist ein persönlicher Weg, zur Podiumsdiskussion mit Dr. Bettina Füssel und anderen

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